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Sonntagskolumne: Kernkraft? Ja, bitte!

📬 Vorsicht, Post aus Sachsen! Die Sonntagskolumne von Jörg Urban 📬
Liebe Freunde, liebe Leser,
unglaublich, aber wahr: Es gibt tatsächlich Gemeinsamkeiten zwischen dem neuen US-Präsidenten Joe Biden, dem Weltklimarat und der sächsischen AfD-Fraktion.
Wir alle halten es für sinnvoll, massiv in die weitere Erforschung der Kernenergie zu investieren. Laut Medienberichten plant Biden dazu den Aufbau einer neuen Agentur und favorisiert kleine, modulare Reaktoren. Die Mini-Kraftwerke lassen sich einfacher kühlen und sind somit viel sicherer als die Kernkraftwerke des 20. Jahrhunderts.
Neben den USA setzen auch andere Länder auf Innovationen dieser Art. In Großbritannien will Rolls-Royce bis 2029 die Massenproduktion von Mini-Kernkraftwerken, die sich mit LKWs transportieren lassen, bewerkstelligen. Währenddessen verfügt Russland bereits über ein schwimmendes Kernkraftwerk, das 100.000 Menschen mit Energie versorgen kann.
Die Bundesregierung verkündete derweil am Freitag, sie wolle das „Kapitel der Atomkraft-Nutzung“ endgültig mit einer Zahlung von 2,4 Milliarden Euro an die Energieversorger für entgangene Restlaufzeiten abschließen. Unsere Regierung erweckt mit diesem despektierlichen Tonfall den Eindruck, die Kernkraft sei eine ewiggestrige Angelegenheit, bei der man froh sein müsse, wenn man sie endlich abhaken könne.
Dahinter verbergen sich gleich mehrere gravierende Irrtümer. Antonio Hurtado, Professor für Wasserstoff- und Kernenergietechnik an der TU Dresden, hat bereits vor Jahren erklärt, warum selbst Gegner der Kernkraft die Forschung unterstützen sollten.
Zum einen ist es ein Fakt, dass weltweit gerade sehr viele Kernkraftwerke entstehen. Umso sicherer sie sind, umso besser. Das gilt insbesondere für unsere Nachbarländer, da Deutschland von Unfällen direkt betroffen wäre.
Zum anderen, betont Hurtado, sei es inzwischen möglich, Kraftwerke zu bauen, bei denen eine Kernschmelze „naturgesetzlich ausgeschlossen“ sei. Eine Freisetzung von radioaktiven Stoffen könne es bei ihnen „niemals“ geben.
Er forscht deshalb an Kraftwerken, die gleichzeitig Strom und Wasserstoff liefern „und nebenbei vielleicht auch noch Meerwasser“ entsalzen können, erklärt die WELT. Das ist wahrhaft fortschrittlich und knüpft an die positive und vielfältige Kernkraftforschung an, die es seit den 1950er-Jahren in Sachsen gibt.
Damals war es übrigens keine Selbstverständlichkeit, auf diesem Feld aktiv zu werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es Deutschland zunächst verboten, Kernforschung zu betreiben. Trotzdem konnte schon 1956 das renommierte Zentralinstitut für Kernphysik in Dresden-Rossendorf gegründet werden.
Diese Gründung brachte nicht nur die Kernkraft voran. Auch die Medizin und Chemie profitierten von den bahnbrechenden Entdeckungen der Kernforscher. Ähnliches lässt sich über die Ingenieurhochschule Zittau sagen. Hier wurde im Jahr 1979 ein weiterer Forschungsreaktor in Betrieb genommen.
Zittau erarbeitete sich danach über die eigenen Landesgrenzen hinweg einen ausgezeichneten Ruf. Wie die Sächsische Zeitung vor einiger Zeit berichtete, fanden unter anderem „neun Lehrgänge im Auftrag der Internationalen Atomenergiekommission“ in Zittau statt.
Diese Ausstrahlungskraft sollte auch nach der Wende erhalten bleiben. Ausgerechnet die damalige Umweltministerin Angela Merkel war es, die Zittau die Betriebsgenehmigung verlängerte. Sie lief bis 2005 – also bezeichnenderweise bis zu dem Jahr, in dem Merkel Kanzlerin wurde.
Seitdem haben sich die Bedingungen für die Kernforschung in Deutschland enorm verschlechtert. Sören Alt, Dozent für Reaktor- und Anlagensicherheit in Zittau, beklagt, dass sich durch die Verunglimpfung der Kernkraft immer weniger Studenten für sein Fachgebiet entscheiden würden.
Chancen wie das Recycling radioaktiver Rückstände blieben dann ungenutzt. Das unterstreicht auch Professor Dr. Bruno Merk, der früher in Dresden-Rossendorf forschte, inzwischen aber an die Universität Liverpool geflüchtet ist.
Es muss eines unserer wichtigsten Ziele sein, naturwissenschaftliche Spitzenkräfte wie ihn zurück nach Sachsen zu holen. Mit der TU Dresden, Rossendorf und Zittau hätten wir die Möglichkeit, an die Weltspitze der Kernforschung zurückzukehren. Es fehlt allein der regierenden CDU der politische Wille dazu.
Die AfD hingegen wird sich weiter für die Kernkraft einsetzen, denn bei verantwortungsvoller und umsichtiger Nutzung ist sie die umweltschonendste und günstigste Energietechnologie. Ausschließlich mit Wind und Sonne lässt sich indes ein Industrieland nicht am Laufen halten.
Bis nächsten Sonntag,
Ihr Jörg Urban

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